Geschichte

Mit einer dreijährigen Unterbrechung betrieb der Maurermeister Johann Gottlieb Ehlich seit 1844 bis zu seinem Tode 1857 den „Reiheschank“ in seinem Hause. Als dessen Sohn Ernst Ludwig Ehlich noch im gleichen Jahr den Schank erwarb, trat der Gemeinderat für die Einrichtung einer zweiten Weinschänke – also neben „Königs Weinberg“ – ein, wurde doch bei Ehlichs schon seit einigen Jahren zur Zufriedenheit der Einwohner Wein aus dem eigenem Weinberg ausgeschenkt. Auch sei die Lage an der Straße sehr günstig und es kämen selbst im Winter sehr viele Besucher in den Ort. Zunächst wurde Ehlich der Weiterbetrieb des Weinschanks und 1862 schließlich auch der Verkauf von Kaffee, Milch und Lagerbier gestattet.

In dieser Zeit bestand Ehlichs Hof aus Wohnhaus mit Backofen, Stall, Scheune mit Pferdestall und Wagen- und Holzschuppen. Nach 1872 wurde das Gut grundlegend verändert. Über dem einstigen Wagenschuppen entstand der Gesellschaftssaal und die Gebäudeteile an der Straße wurden abgerissen. Die Lage konnte vor allem wegen der unmittelbar vor dem Grundstück gelegenen Dampferhaltestelle nicht besser sein.

1886 erbte Ernst Ludwig Ehlichs Sohn Ernst Eduard Ehlich das Grundstück mit dem „Dampfschiffrestaurant“. Dieser versuchte vor allem, die Genehmigung für den öffentlichen Tanz zu erlangen. Trotz zahlreicher Gesuche hat er sie nie bekommen. Begründet wurden die ständigen Ablehnungen vor allem mit der Lärmbelästigung – es gab viele Beschwerden der Nachbarn – und mit dem in der Nähe bereits vorhandenen Tanzsaal in „Königs Weinberg“. Ab 1920 durfte dann wenigsten zur Kirmes und an den zwei ten Feiertagen der großen Feste öffentlicher Tanz gehalten werden. Beliebt war das Restaurant aber dennoch. War es am Ausgang des 19. Jahrhunderts vor allem das vornehme Publikum, das hier einkehrte, so erweiterte sich der Kreis der Gäste später. Vor allem die Kegelbahn und der große schattige Garten, der damals etwa 2.500 Gästen Platz bot, luden zu Vereins-, Schul- und Gartenfesten mit Karussell, Vogelschießen und Topfschlagen ein.

Nach dem Tode von Ernst Eduard Ehlich führte ab 1926 dessen Witwe Hedwig Ehlich den Gasthof weiter. Sie konnte 1933 das 100jährige Besitzstandsjubiläum feiern, bevor „Ehlichs Dampfschiffrestaurant“ 1941 seine Pforten schloss. (...)

Nachdem über 50 Jahre der Gaststättenbetrieb ruhte, eröffnete zum Elbhangfest im Juni 1994 der Garten von „Ehlichs“ wieder als Biergarten.

Es folgte die aufwendige und denkmalgerechte Instandsetzung der Gebäude, vor allem des Saales, wobei Einbauten entfernt und die in großen Teilen erhaltene Stuckdecke restauriert wurde. Nach der Eröffnung am 29. Dezember folgte zu Silvester 1995 die Übergabe des Gasthofes unter dem neuen Namen „Gare de la lune“.

Otto-R. Wenzel in „Wachwitz, Geschichte eines Fischer- und Weindorfes“


Unter wechselnden Betreibern wurde es ab 1997 ruhig um das Ballhaus, bis am
9. März 2002, nach der Übernahme durch Michael „Rudi“ Rüdrich, wieder Erinnerungen an die legendären Anfangsjahre des „Gare de la lune“ wach wurden.

Seitdem laden der Ballsaal, der Strandgarten und das Restaurant, die nach der Zerstörung durch das Hochwasser am 2. Mai 2003 wiedereröffnet wurde, erneut zu Bällen, Konzerten, Tangonächten und Elbblick bei Bier und Wein.